Umzug in drei Zügen – Teil 1
Jedem ist klar, dass ein Umzug mit unzähligen Hürden verbunden ist. Eine davon ist die Wohnungssuche. Klar, man denkt sich es wird schon irgendwo eine auf mich warten. Auch ich war der irren Annahme, dass es so schwer ja nicht sein kann. Schliesslich habe ich eine beachtliche Historie in Bezug auf Wohnungen und ging daher beherzt daran, mir eine kleine Behausung in Heidelberg zu suchen. Zu teuer sollte sie nicht sein, zu klein aber auch nicht. Nur noch schnell ein paar Überlegungen zu Ausstattung: was kann, was sollte und was ist ein “No Go”.
Meine Odyssee begann gegen Mitte Oktober, also vor gut zwei Monaten. Hausaufgaben waren gemacht, in die Zeitung wurde inseriert und das komplette Internet durchforstet. Anrufe gingen einher mit Wohnungsbesichtigungen und Terminen. Einerseits bot man überteuerte Wohnungen im schlechten Zustand an, andererseits gab es genug Wohnungen in Stadtvierteln, in denen man sich nach 22 Uhr besser nicht herumtreibt. Und selbst die wurden für teueres Geld feil geboten. Da dämmerte mir langsam, dass es wohl doch nicht so einfach wird.
In meiner gewohnt positiven Art ging ich weitere zwei Wochen intensiv auf Suche. Selbst Termine während der Arbeit bin ich nachgegangen. Diese Zeit habe ich natürlich nachgearbeitet, was mir einen aufreibenden 12-Stunden-Arbeitstag einbrachte. Langsam ließ ich von anfangs festgemachten Bedingungen ab. Aus den bisherigen Vorstellungen meiner neuen Wohnung erhob sich bald nur ein Gedanke: Scheiße! Hauptsache überhaupt eine Wohnung! Weitere zwei Wochen, es war schon Ende November, wuchs meine Nervosität. Es gab bald nur noch Wohnungen außerhalb des möglichen Einzugstermins.
Es war soweit. Dunkle Machenschaften der Immobilienwelt trieben mich zu dem Menschenkreis zu dem ich eigentlich nicht wollte: Makler! Fiese Blutsauger die, ob der Finanzkrise oder vielleicht sogar daraus erstarkt, mit gleichsam geringen Mitteln Wohnungen durch geringe Investitionen und Zeitaufwand an den Mann brachten. Man konnte sagen, ich war am Ende! Doch einmal durch das Tor getreten, ergoß sich eine Welt aus wunderbaren Wohnungen für vergleichsweise geringes Geld. Ich war erfreut und zugleich entsetzt. Kann das wirklich sein?
Und tatsächlich. Keine Woche verging und ich bekam ein interessantes Angebot und die dazugehörige Mietsreservierung. Erleichtert und irgendwie zufrieden ging ich nach Hause. Erst jetzt machte sich eines klar. Dieser ganze Aufwand für eine neue Wohnung hat mich ganz schön geschlaucht. Das ganze Wochenende habe ich krank im Bett verbracht, da sich nun mein Körper Gehör verschaffte. Der Immobilienhai ist zufrieden, die Vermieterin ist zufrieden und mein Körper ist es auch. Da bleibt nur noch ein Frage im Raum: Und was ist mit mir?
Umzug in drei Zügen – Teil 2
Umzug in drei Zügen – Teil 3