Umzug in drei Zügen – Teil 3
Da wäre ich nun. Den Umzug gut über die Bühne gebracht, stand ich nun in 70 m² Wohnfläche, die gern gestrichen werden möchte. Doch welches Design werde ich nun einbringen? Welche Farben und in welchem Umfang? Ich entschied mich für ein traditionelles Orange.
Also nix wie los in den Baumarkt und die entsprechenden Mischfarben organisiert, ein wenig rot und gelb. Das müßte doch eigentlich ein schönes schlichtes Orange geben.
Doch mischen ist gar nicht so einfach. Und dabei die benötigte Menge abzuschätzen, ist eine Kunst die ich erst noch beherrschen muss. Aber egal, frisch ans Werk. So mische ich das Zeug zusammen und irgendwie sieht das Weiß anders aus… aber nicht orange… eher fleischfarben?! Mist, also schnelll noch ein wenig vom dem Gelb und wieder etwas rot… Was soll das denn? Die Farbenlehre aus dem Kunsterziehungsunterricht ist schon eine Ewigkeit her. Das schlägt sich irgendwie auf meine Farbmischung nieder. Also orange ist anders. Doch dummerweise ist die Dispersionsfarbe auch schon wieder leer. Hmmm…
Mittlerweile ist es Nacht geworden, der Baumarkt hat zu und ich stehe dumm rum, weil ich nun gar nichts machen kann. Weder streichen, jedenfalls nicht mit dieser Farbe, noch weiter zusammenmischen. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als mit schlechter Laune ins Bett zu gehen. Am nächsten Tag fuhr ich gleich nach der Arbeit in den Baumarkt, mit dabei eine Probe der missglückten Mischung. Der Herr der Farben gab mir einen Tipp, noch mehr rot und etwas gelb. Also nahm ich mir ein paar Tuben mit. Kaum zu Hause angekommen, ging ich wieder ans Werk.
Was gestern noch fleischfarben wirkte, wurde heute doch glatt immer weiter zu einem kräftigen Pink. Pahhh!!! Von wegen viel Rot. So ein Blödsinn. Mit einer Stinkwut fuhr ich wieder in den Baumarkt, ich kam gerade noch rechtzeitig bevor er schloss. Zum Farbenmeister gesprintet und ihm die Situation erklärt. Klar erklärt dieser, Rot und Gelb ergeben ein Orange. Also kaufe ich mir weitere Tuben. Langsam kam ich ins Schwitzen. Eigentlich wollte ich mit dem Zimmer schon fertig sein. Letztlich habe ich gar keinen Wohnraum, kann die Kisten nicht auspacken und es mir gemütlich machen. Allerdings möchte ich die Wohnung nicht einrichten, bevor nicht renoviert wurde.
Kaum in meiner Wohnung angekommen, mischte ich fröhlich weiter. Die Fröhlichkeit wich mehr und mehr dem Entsetzen über das Ausmaß meiner Farbexkursion. Das was in diesem Eimer ist, ist nicht Orange!! Fast schon weinend legte ich mich ins Bett und schwor dem Farbenmeister Rache. Also wieder nach der Arbeit in den Baumarkt, man grüßte mich mittlerweile mit Namen, zum Experten für Farbe und Lacke. Der schaut kurz in meinen Farbeimer, diesmal habe ich ihn vorsorglich mitgenommen, und meinte lapidar: “Das wird kein orange.”. Ich nahm seinen Kopf und drückte ihn in den Farbeimer… *blopp* Traumblase zerplatzt… der Kopf dieses Hirnies steckte leider nicht im Farbeimer. Schade. Die Vorstellung davon war sehr schön.
Ich kapitulierte und liess mischen. Damit konnte ich mich endlich an die Arbeit machen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Umzug in drei Zügen – Teil 1
Umzug in drei Zügen – Teil 2




