Mein Teilzeit-Urlaub in Sofia
Aus beruflichen Gründen war ich für 1 Woche in Sofia, Bulgarien. Ich lernte die Stadt sowohl bei Tag als auch bei Nacht kennen. Zwar herrschen dort teilweise Zustände wie zu DDR-Zeiten, allerdings überzeugen Vielfalt, Charme und warme, klimatische Bedingungen um die 30 Grad.
Aber man bemerkt schnell den Unterschied zwischen Arm und Reich. In vorüberwiegend heruntergekommenen Straßen finden sich Edelkarossen, die Normalo sich selbst hier nicht leisten können.
Finanziell ist man als Westeuropäer gut gestellt. Die dortige Währung “Lewa” (numerischer Plural: Lewa, “einfacher” Plural: Lewowe, int. Schreibung Lev, Leva) wird mit einem stabilen Umrechnungkurs von etwa 1:2 (1 EUR = 2 Lev) gehandelt. Die Preise gleichen dem hiesigen, deutschen Markt. Also ist dort alles um etwa 50% günstiger. Allerdings gibt es natürlich auch gravierende Unterschiede. Die Läden haben mitunter bis in die Nacht geöffnet, Bars, Clubs und Kneipen gibt es dort an jeder Ecke. Bisweilen findet man in Wohnungen und Hinterhöfen derartige Einrichtungen, welche nur mit Hilfe eingefleischter Sofianer gefunden werden.
Je nach Location wird mit großem Service aufgewartet. So gibt es bereits in zahlreichen 3-Sterne-Hotels Pagen, die einem jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Natürlich zählt auch hier jeder Page mit etwas Trinkgeld, doch angesichts solcher paradisischer Zustände gibt man gern 3 bis 4 Lev, also umgerechnet etwa 2 EUR. In bestimmten Clubs sind die Getränke für dortige Verhältnisse teuer, jedoch bezahlt man damit den Service (bspw. wurde mir selbst kontinuierlich mein Getränk nachgefüllt und den Kollegen die Zigaretten angezündet!), als auch die Sicherheit. An einem gut besuchten Club standen gleich 4 Türsteher und diverse Sicherheitskräfte im Raum. Einer wurde sogar für uns abgestellt. Da fühlt man sich, angesichts der allgegenwärtigen Mafia gleich sicherer.
Sofia ist verkehrsreich, aber nicht überfüllt, kein Stau. Die Verkehrmittel werden rege genutzt, angesichts Preise von etwa 50 Cent für ein Tram-Ticket, ruft es keine Verwunderung aus. Wer keine Straßenbahn fahren möchte, kann sich ein Taxi nehmen. Freunde dieses Verkehrsmittel werden erstaunt sein. Die Fahrpreise liegen bei sehr humanen 0,5 Lev pro Kilometer. Einmal quer durch die riesige Stadt wird mit etwa 4 bis 5 Lev ein großes Vergnügen sein. Wenn man sich nicht unbedingt einen Kleinwagen als Taxi auswählt.
Allerdings verweigern die Fahrer Kurzfahrten, dann hilft nur Überredungsgeschick und ein höherer Fahrtpreis. Aber mehr als 3 EUR zahlt man in der Regel nicht.
Während Taxifahrer noch ruhig durch die Stadt fahren, haben wir mitunter halsbrecherische Fahrten erlebt. Verkehrszeichen gelten nur als Empfehlung. Ich habe einen Bus gesehen, der bei roter Ampel mit voller Fahrt die Kreuzung überquerte. Umso mehr verwunderte mich, dass wir nicht einen Unfall gesehen haben. Dort hat man eben auch Augen im Hinterkopf und man führt sein mobiles Gerät mit großer Umsicht durch die Straßen. Jetzt möchte ich niemanden mehr hören, der sich über meinen Fahrstil beschwert. Dann verweise ich umgehend auf die bulgarischen Gegebenheiten. hi hi….
Alles in allem eine Stadt voller Charme und Leben. Dort verbringt man das Leben noch im Freien, trifft sich im Park oder Cafes. Bei Preisen wie diesen ein wahrer Genuß. Negativ zu bewerten sind die verdreckten Straßen und Verwahrlosungen. Doch es wird überall gebaut und renoviert. Ich bin mir sicher in 10 Jahren sieht Sofia anders aus. Die gelassene Art der Bulgaren ist manch cholerischem Deutschen nicht zu empfehlen.
Während meine Arbeitszeit in klimatisierten Räumen stattfand, war der Abend vorübergehend auswärts, mitten in der Stadt. Es macht Spaß in Sofia zu arbeiten und zu leben. Meine Empfehlung: 4 von 5 Sternen.
Die Fotos sind nun in der Galerie zu finden. Für den Direktlink klickt hier.
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Schlagwörter: 30 Grad, Album, Bar, Bilder, Bulgarien, Hotels, Leva, Mafia, Sofia
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