Citrix Presentation Server 4.5 – Installation
Citrix Presentation Server (PS) ist eine Terminalserver-Lösung der Firma Citrix und gleichzeitig Marktführer in diesem Bereich. Die Software setzt auf die Terminal Services der Microsoft Windows Serverbetriebssysteme auf, als Protokoll zwischen Server und Client kommt die Independent Computing Architecture (ICA) zum Einsatz. Sie erweitert die Funktionalität von Windows Server enorm und unterstützt dabei Administratoren, Flexibilität und besondere Anforderungen für das Netzwerk umzusetzen. Citrix und Microsoft arbeiten seit 1997 zusammen. Hierfür erhält Citrix Zugriff auf den Code von Microsoft Windows Server.
Die Features von PS 4.5 sind versionsabhängig (Advanced, Enterprise, Platinum) und beinhalten unter anderem:
- Remotezugriff auf Ressourcen
- Streaming von Anwendungen (Offline-Verfügbarkeit)
- Anwendungsisolierung
- Gatewaydienste
- Shadowing (Spiegelung)
- Load Balancing (Lastenausgleich)
- Universal Printer
- Single-Sign-On
- Performance-Monitoring
Weitere Informationen zum Presentation Server erfährst du auf Wikipedia.
Dieses Kapitel bedient Anwender, die sich in die Materie von Citrix Produkten einarbeiten und bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Die Planung eines TS-Farm liegt natürlich ganz den Anforderungen zugrunde. Wichtige Indikatoren sind die genutzten Anwendungen und die Benutzerzahlen. Diese stehen der Hardware gegenüber, welche genutzt werden soll. Welche Anforderungen muss ein Server genügen? Bei Terminalserver ist hauptsächlich der Arbeitsspeicher der die Grenze zieht. Da gilt als grobe (!) Formel:
Anzahl Anwendung * Speichernutzung pro Anwendung * Anzahl Benutzer = Arbeitsspeicher
Die heutige Prozessoren genügen in der Regel den Anforderungen, da sie nicht ständig belastet werden. Die Netzwerkanbindung sollte gleichermaßen für die Anforderung durchgemessen und eingeplant werden.
Nach der Planung und Bereitstellung der Server ist als Vorbereitung noch folgendes zu beachten. Zum Einen muss zur Nutzung des Web Interface der IIS installiert sein. Bei Verwendung mehrer Server (z. Bsp. in einer Farm) reicht es, wenn der erste Server den IIS installiert hat. Alternativ wird der Apache von Citrix unterstützt. Kein Webserver, kein Web Interface. Die Installationsroutine prüft dies und zeigt die Komponente Web Interface dynamisch an, respektive nur dann wenn ein Webserver installiert ist.
Zum Zweiten ist die Installation der Terminalserver-Komponente erforderlich, da Citrix darauf aufsetzt. Drittens sollte vor der Installation das System komplett mit Updates und Service Packs versorgt sein. Dies ist im letzten Schritt zu erledigen, damit alle installierten Windows-Komponenten geupdatet sind. Optional kann über eine Sicherung oder ein Image nachgedacht werden, sollte ein widriger Umstand uns in die peinliche Lage versetzen, das System in den Ursprung zurück zu setzen.
Ist alles erledigt, kann die Installation beginnen.
Um die Installation zu beginnen, wird die CD benötigt. Bei Aufruf des Setup erscheint ein Menü, über welches wir nun eine der folgenden Aktionen auswählen können.
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View installation checklist: Öffnet eine Liste zur Vorbereitung des Servers. Da wir bereits alle Vorbereitungen getroffen haben, können wir diesen Punkt überspringen.
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Product installations and updates: Die Installation des Servers erfolgt hierüber. Ebenfalls über diese Aktion kann ein Upgrade gestartet werden.
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Citrix on the web: Lizensen, Hilfe und Updates sind auf der Webseite von Citrix abrufbar. Für einige Aktionen muss man sich registrieren.
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Install Dokument Center: Über diesen Punkt wird eine Intranet-Hilfe installiert.
Wir gehen weiter indem wir Product installations and updates auswählen. Ein weiteres Menu zeigt neue Auswahlmöglichkeiten an.
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Remap drives: Dieser Punkt ist eine mittlerweile umstrittene Funktion, um die Laufwerksbuchstaben zu ändern. Während in früheren Versionen dies immer empfohlen wurde, ist es in heutiger Zeit nicht mehr notwendig. Ein Remap würde bedeuten, dass alle Laufwerke, angefangen vom System- bis zum CD-ROM-Laufwerk, auf einen neuen Buchstaben gelegt werden. Damit können Irritationen bei Endanwender abgewandt werden, die ein Laufwerk mit dem Buchstaben “C:” als ihr Systemlaufwerk betrachten. Würde nun das Terminalsystem diesen Buchstaben belegen, würde sich für den Anwender eine ganz andere Konstellation ergeben. Auf einmal ist eine gespeicherte Datei nicht mehr auf seinem Laufwerk “C:”, wobei er diese doch vorher dort abgelegt hatte.
Bei Verwendung dieser Funktion wird die gesamte Registry und die installierten Dienste angepasst. Allerdings kann es auch zu Problemen mit Programmen kommen, die diese Laufwerksbuchstaben nicht in der Registry ablegen. Ein Beispiel hierfür wäre .NET Framework. In solchen Fällen ist diese Software erst nach dem Remap zu installieren. -
Install Citrix Licensing: Bei Auswahl wird nur die Lizenzserver-Komponente installiert. Dieser Server hält zum einen die vordefinierte Serverlizenzen als auch die bestellten Client-Zugriffslizenzen vor.
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Install Citrix Presentation Server 4.5 and its components: Durch diese Aktion werden als Komponenten bis auf den Lizenzserver installiert. Wie wir aber gleich sehen, ist es nur eine Vorauswahl der Komonenten. Wir können die Installationsliste vorher noch beliebig verändern.
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Install management consoles: Um die Management-Konsolen zu installieren, bspw. zwecks Remote-Administration über eine Workstation, wählt man diesen Menupunkt aus. Es werden keine Serverkomponenten installiert
Nach Auswahl Install Citrix Presentation Server 4.5 and its components kommen wir zu den typischen Installationsschritten, die da das Bestätigung des Lizenzvertrages und das Anzeigen zusätzlicher Hinweise wären.
Wie uns nun der Assistent anzeigt können wir endlich die eigentlichen Komponenten auswählen. Dabei ist es noch unerheblich für welche der drei Programmersionen wir uns entscheiden. Hätten wir uns im zweiten Menu für die Installation des Lizenzservers entschieden, wäre nur die Komponente Citrix Licensing aktiviert. So ist aber diese deaktiviert, alle anderen aktiviert. Welche Komponente steht aber nun für welchen Dienst? Beleuchten wir sie etwas näher.
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Citrix Licensing: Das ist der Lizenzserver. Er stellt die Lizenzen der Farm(en) zur Verfügung. Man unterscheidet zwischen Serverlizenzen, 5.000 Stück stehen zur Verfügung, da Server nicht mehr lizenziert werden aber zwecks Downgrade-Unterstützung angeboten werden, und Client-Zugriffslizenzen. Sie werden zur eigentlichen Lizenzierung herangezogen. Dabei ist für ein Client eine Lizenz zu erwerben. Dabei ist es unerheblich wieviele Verbindung von diesem Client hergestellt werden.
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Access Management Console: Die AMC ist neu seit PS 4.5. Sie ist das zentrale Herzstück einer jeden Citrix-Farm. Sie dient der Administration der Serverfarm(en). In einem anderen Beitrag wird näher darauf eingegangen.
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Web Interface: Sollen sich die Clients über eine Weboberfläche mit der Citrix-Farm verbinden, wird das Web Interface diese Schnittstelle bereitsstellen. Dabei kann das Web Interface ganz nach Bedarf angepasst werden. Ist kein Webserver installiert, steht diese Komponente nicht zur Auswahl.
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Citrix Presentation Server: Die Hauptkomponente des Paketes. Sie stellt den Kern einer jeden Farm. Alle Dienste werden über diese Komponente bereitgestellt.
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Presentation Server Console: Aus früheren Versionen des PS bzw. Metaframe bekannt, erfolgt ein Großteil der Server Administration über die PSC. Alternativ steht die neue AMC zur Verfügung.
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Document Center: Wie anfangs beschrieben ist das Document Center die Online-Hilfe von Citrix. Es erfordert zusätzlich ca. 300 MB Speicherplatz auf der Festplatte.
Nach erfolgter Auswahl, erscheint im nächsten Schritt ein Hinweis dahingehend, dass kein Lizenzierungsserver installiert wird. Falls dies aber in einem anderen Schritt durchgeführt wird oder bereits ein Lizenzserver zur Verfügung steht, können wir ihn getrost übergehen. Andernfalls, je nach Wunsch, kann die Komponente nachträglich noch aktiviert und damit installiert werden.
Dann beginnt die Aktualisierung des Servers. Es wird Software installiert, die für den Betrieb eines PS unabdingbar sind. Das betrifft .NET Framework, Visual J# und Java Runtime. Moment mal! Java Runtime? Wofür den das? Nun, beim Verbinden der Clients mit dem Server kann der Host auswählen zwischen verschiedenen Client-Versionen. Neben dem typischen Native Client wird auch eine Java Komponente angeboten, die bspw. auf Non-Windows-Client Verwendung findet. Damit besitzen auch andere Nicht-Windows-Betriebssysteme die Möglichkeit mit der Serverfarm in Verbindung zu treten. Dies erhöht die Flexibilität des Systems ungemein.
Kommen wir zu den folgenden Komponenten. Als erstes wäre da die seit Version 4.5 hinzu gekommene Access Management Console (AMC). Es werden weitere Features angeboten, die über die AMC installiert und verwaltet werden können. AMC ermöglicht die zentrale Verwaltung von einzelnen Servern oder ganzen Farmen.
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Diagnostic Facility: Analyse von Problemen, Auswertung von Fehlermeldungen, Sammlung von Diagnoseinformationen.
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Framework: Der Kern der Management Console der die Snapins der verschiedenen Aufgaben verwaltet.
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Hotfix Management: Zentrale Verwaltung des Patch Managements von PS.
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Knowledge Base: Informative Datenbank die zu Problemen und Fragen Hilfestellung leistet.
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Legacytools: Das Basiswerkzeug ähnlich einer MMC von Microsoft. Es integriert die Verwaltungswerkzeuge vom PS.
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Report Center: Wie der Name bereits verrät handelt es sich um ein leistungsstarkes Instrument zur Erstellung von Reports. Daten können in Echtzeit oder mittels protokollierter Dateien aufbereitet und ausgewertet werden.
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Webinterface: Die Verwaltung des Webinterface. Sofern installiert, wird dieses Werkzeug zwingend benötigt.
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Lizenzserver-Administration: Lizenzen können einmal über den Lizenzserver selbst oder über die AMC remote verwaltet werden.
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Presentation Server-Administration: Verwaltung der Serverfarmen oder einzelner Server, Benutzer oder Sitzungen.
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Presentation Server-Berichte: Die Versorgung durch Berichte übernimmt dieses Instrument.
Bei Bedarf kann der Installationspfad angepasst werden.
Das Web Interface untersucht, je nach Einstellung, auf Vorhandensein der Client-Software. Es gibt dabei drei Versionen: Citrix Neighborhood Program für versierte Anwender, Citrix Neighborhood Client findet Anwendung bei normalen Benutzern und der Webclient zur Installation ohne weitere Konfiguration durch den Anwender. Ausserdem besteht die Wahl zwischen Native-, Streaming-, Remotedesktop- und Java-Client. Unterschiede in der Betriebssystem-Version werden ebenso erkannt.
Nun kann der einfache Anwender zur Citrix-Download-Seite verwiesen werden oder die Client-Software wird über das Web Interface zum Download angeboten. Letzteres bietet sich vor allem in großen Umgebungen an, da dies den Internet-Traffic reduziert und der Citrix-Software-Pool zentralisiert wird. Um die Client-Software auf den Server zu laden, wird die Komponenten-CD-ROM von Citrix benötigt. Über das entsprechende Auswahlfenster der Installationsroutine muss nun der Ordner Clients auf der CD-ROM ausgewählt werden.
Dann kann der Kopiervorgang beginnen. Sollte nun ein Besucher des Web Interface keine geeignete Client-Software besitzen, wird dies automatisch angezeigt und kann über den Server heruntergeladen und installiert werden.
Somit kommen wir nun zum Kern der Installation, dem Server selbst. Hier muss nun anhand der erworbenen oder zu erwerbenden Lizenzen die korrekte Version ausgewählt werden. Ein späterer Versionswechsel ist aber ohne weiteres über die Verwaltungskonsole möglich. Ein Punkt der für Verwirrung sorgt sind die Versionsnamen. Die Marketingstrategen sind den der hier abgebildeten Versionen etwas voraus. Sprich die Standard-Edition wurde durch Access Essentials ersetzt, die Platinum-Version fehlt. Um zu verstehen was dahinter steckt kann einfach eine Version ausgewählt werden, im nächsten Schritt folgt die Auflistung der darin enthaltener Komponenten. Um nun das Wissen auf die angezeigten Versionen zu übertragen, ist gedanklich jede Version um eine Ebene heraufzustufen. Aus Standard wird Advanced, aus Advanced wird Enterprise, Enterprise ist Platinum.
Damit erhalten wir folgende Auswahl.
Diese Software entspricht den einzelnen Untermengen der Version Platinum (oder wie angezeigt Enterprise).
Gleichfalls anzugeben ist die URL (Uniform Resource Locator) des Webservers, über den sich der Neighborhood Agent mittels Pass-Through Client connectet. Bei dieser Technik wird die Anmeldedaten des Benutzers nur einmal erfasst und dann immer durchgereicht, eine sogenannte Delegierung.
Wird einer bereits vorhandenen Serverfarm beigetreten, besteht hier die Möglichkeit dies kund zu tun. Im Anschluss erfolgt die Angabe der Serverfarm und der Zone in die der Server beitritt. Sofern noch keine Farm vorhanden ist, und dies ist in diesem Beispiel der Fall, wird eine neue Farm erstellt.
Im Anschluss erfolgt die Angabe eines Namen für die Serverfarm. Dieser sollte aussagekräftig sein, um Standort oder Funktion auf den ersten Blick zu erkennen. Als Datenspeicher bietet sich an, eine Access DB oder MSDE zu verwenden. Bei letzterem handelt es sich um eine MS SQL Express-Version, die zwar die Engine des vollwertigen SQL Server nutzt, aber leider auch dessen Systemanforderung. Zudem ist die SQL Express-Edition mit diversen Einschränkungen (bspw. eingeschränkte max. Anzahl gleichzeitiger Verbindungen) versehen. Für kleinere bis mittlere Umgebungen reicht eine lokale Access-DB. Der Zugriff über eine lokale DB nennt man direkter Datenspeicherzugriff. Unterstützt wird zudem das Auslagern des Datenspeichers auf einem separaten Server (indirekter Datenspeicherzugriff).
Eine Zone beschreibt die Replikationsgrenze mehrerer Datenspeicher. Standardmäßig wird das Subnetz als Name einer Zone herangezogen. Es ist aber möglich einen eigenen Zonennamen zu erstellen (z. Bsp. ein geografischer Standort). Wird ein eigener Zonenname genutzt, muss dies bei weiteren Server-Installationen berücksichtigt werden, damit sie der korrekten Zone zugeordnet werden.
Für die Erstanwendung wird ein administratives Konto benötigt. Es ist nach der Installation ein Citrix-Administrator. Um weitere Konten oder Gruppen zum Administrator zu erheben, wird später die AMC verwendet.
IMA (Independent Management Architecture) ist eine zentrale Komponente einer jeden Citrix Presentation Server-Umgebung. Sieht stellt die Kommunikationsfähigkeit der Server. Dazu nutzt sie den TCP-Port 2512. Um die Kommunikation von IMA zu gewährleisten muss unbedingt der Port jeder kreuzenden Firewall oder eines Paketfilters freigehalten werden. Replikation, Datenverkehr und viele weitere Dienste verlaufen intern über diese Schnittstelle. Um den Datenverkehr zu schützen, kann der IMA-Kanal mit AES (Advanced Encryption Standard) verschlüsselt werden.
In diesem Fenster ist der Lizenzserver anzugeben. Er kann sich sowohl lokal als auch auf einem anderen Server befinden. Es ist zu beachten, dass der Server über DNS aufgelöst werden kann. Andernfalls ist der FQDN (Fully Qualified Domain Name) zu verwenden.
Wird keine gültige Lizenzversion gefunden, muss man aufhorchen. Es weist darauf hin, dass unter Umständen eine falsche Lizenz oder eine falsche Programmversion genutzt wird. Noch ist es möglich, die zu installierende Version zu ändern ohne einen neuen Server aufzusetzen. Wurden noch keine Lizenzen erworben, kann dieser Hinweis übergangen werden.
Shadowing oder Spiegelung beschreibt die Funktion zum Aufschalten auf eine bestehende Benutzersitzung, entsprechende Berechtigungen vorausgesetzt. Dabei kann festgelegt werden, ob eine Fernsteuerung, sprich interaktives Agieren über diese Sitzung, erlaubt ist. Es folgt die Angabe ob dem Anwender ein Benachrichtigungsfenster angezeigt werden soll. Ist dies der Fall, muss der Benutzer das Aufschalten explizit erlauben. Weiterhin kann es von Nutzen sein, diese Vorgänge zu protokollieren. Während in kleineren Firmen diese Angaben weniger Bedeutung findet, wird gerade in großen Unternehmen eine Vorgabe des Betriebsrates umzusetzen sein, da es sich um einen Eintritt in die Privatsphäre handelt. Vorsicht! Diese Einstellungen können später nicht mehr geändert werden! Daher ist eine genaue Absprache vor der Installation notwendig.
Auch ein wichtiger Punkt ist der XML-Dienst. Er stellt den Clients die Informationen über bereitgestellte Anwendungen und Ressorcen bereit. Der XML-Dienst kann einmal als eigenständiger Dienst (ein Server ohne Webserver) oder als ISAPI-Erweiterung auf einem Server mit installiertem IIS eingerichtet werden. Je nach Entscheidung wird der Standardport des IIS (i. d R. TCP-Port 80) oder ein separater Port gewählt.
Wer darf denn aktuell auf den PS zugreifen? Bisher nur das vorhin angegebene Konto. Es sollen sich jedoch auch, denn das ist der Zweck der ganzen Geschichte, normale User mit dem Server verbinden können, damit diese die Vorzüge des PS nutzen können. Es besteht nun die Möglichkeit eine von zwei Standardgruppen auszuwählen. Authentifizierte Benutzer sind all diejenigen, die sich gegenüber einer bestimmten Instanz identifiziert haben. Das betrifft nicht nur die Anmeldung an einer Domäne. Geht ein an der lokalen Maschine angemeldete Benutzer über das Netzwerk auf die Maschine besitzt er automatisch das Privileg des NETZWERK. Damit hat sich der User ausreichend authentifiziert und dürfte in diesem Fall auch eine Terminalsitzung aufbauen. Natürlich vorausgesetzt das weitergehende Berechtigungen dies erlauben.
Die Gruppe der Benutzer sind in einer Domänenstruktur auch alle Domänen-Benutzer. Jedes neu angelegte Benutzerkonto wird automatisch in diese Gruppe aufgenommen. Ist der Server allerdings in einer Arbeitsgruppe, gelten nur die Gruppen und Benutzer der lokalen (SAM-) Gruppe. Weiterhin bietet sich die Möglichkeit zum Berechtigen von anonymen Benutzern. Dabei werden in der lokalen Benutzerdatenbank (SAM) 15 neue Benutzerkonten angelegt. Diese sind durchnummeriert und lauten Anon000 bis Anon014. Anonyme Verbindungen sind bspw. veröffentlichte Anwendungen die jedem Benutzer zur Verfügung stehen. Dieser Schritt sollte wohl überlegt sein.
Ist man sich nicht schlüssig oder möchte man eigens angelegte Gruppen verwenden, kann dieser Punkt übersprungen werden und die Konfiguration wird später festgelegt.
Während der nun fortschreitenden Installation kommt es abermals zu einer Information, weil das Setup den Zugriff auf die virtuellen Verzeichnisse des IIS einrichtet. Dieser Schritt ist notwendig, damit die Sicherheitsstellungen mit der Funktionsweise übereinstimmen. Sollte man sich dagegen entscheiden, wird die Installation an dieser Stelle abgebrochen und muss zu einem anderen Zeitpunkt erneut gestartet werden. Diese Meldung kommt nicht, sofern kein Webserver, respektive IIS, eingerichtet ist.
Nun ist es geschafft. Der Löwenanteil des Setup wäre erledigt.
Der letzte Schritt, falls ausgewählt, betrifft das Document Center. Diese Hilfe bietet dem Nutzer sich bei Fragen selbst zu informieren. Es ist eine Hilfestellung, die gängige Fragen beantwortet. Die Installationsroutine läßt dabei nur einen Eingriff zu, den des Installationsortes. Es werden Dateien von CD-ROM auf die lokale Festplatte kopiert.
Nach Abschluss der letzten Komponente und vielen Schweißperlen auf der Stirn, zeigt uns der Assistent, dass wir es geschafft haben. Hoffen wir das alles so funktioniert wie es angedacht ist.
Nach Installation muss der Server neu gestartet werden.
Während des Bootvorgangs können wir uns ja schonmal dem Lizenzserver kurz betrachten. Dabei fällt auf, dass bereits eine Lizenzdatei standardmäßig aktiviert ist. Die sogenannte Citrix Startlizenz beinhaltet 5.000 Serverlizenzen, da die Lizenzierung nicht mehr pro Server und pro Client vorgenommen wird, sondern nur noch jede Client-Verbindung. Sofern der PS bereits gestartet ist, sehen wir auch schon wie er sich aus dem Pool eine Lizenz genehmigt hat. Im Übrigen sind diese 5.000 Lizenzen nicht das Ende. Sollten in einer Umgebung mehr als 5.000 Server im Einsatz sein, kann bei Citrix um Nachgeschub gebeten werden. Allerdings ist diese Zahl bereits sehr hoch und sollte auch in einem Konzern genügen.
Findet der PS während seiner Laufzeit keine gültige Programmlizenz wird kontinuierlich diese Fehlermeldung angezeigt. Sie ist der Indiz für falsche Lizenzen oder eine falsche Serverversion. Kommt man dadurch in die Verlegenheit den Server zu downgraden, kann von vorn begonnen werden. Denn in diesem Fall kommt man um eine Neuinstallation nicht herum.
Diese Anleitung soll Stellungnahme und einen Einblick in die Welt von Citrix oder besser dem Presentation Server geben. Sie beansprucht nicht das Recht auf Vollständigkeit. Sie wird im professionellen Umfeld keinen Ersatz für einen ausgewiesenen Citrix-Experten bieten. Der Autor möchte dies auch so verstanden wissen. Das Produkt Presentation Server ist bei Citrix (www.citrix.com) lizenziert. Jede Angabe zu diesem Produkt wurde mit bestem Gewissen gemacht, entzieht sich aber nicht der Fehleranfälligkeit. Anmerkungen, Hinweise, Korrekturen oder sonstige verbale Ergüsse werden gern entgegen genommen. Hierzu ist bitte das bereitstehende Kontaktformular zu nutzen.
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Autor: Matthias Schmidt



































